«Wir glauben, dass ein dauerhafter Frieden möglich ist», sagte er am
Dienstag nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid
Karsai in Kabul.
Gauck betonte besonders die Notwendigkeit, Menschen-
und Bürgerrechte noch entschlossener durchzusetzen, darunter die
Gleichstellung der Frauen. «Der Prozess der Demokratisierung muss sich
weiter fortsetzen», sagte er.
Ende 2014 soll der Nato-Kampfeinsatz in dem Land beendet sein.
Das
Thema Korruption sprach Gauck nicht direkt an. Er wies aber darauf hin,
dass die dringend notwendige wirtschaftliche Entwicklung des Landes
auch Rechtssicherheit und ein günstiges Informationsklima erfordere. Am
Nachmittag traf Gauck mit islamischen Religionsgelehrten zusammen. Dabei
wies er auf die wichtige Rolle religiöser Autoritäten beim
gesellschaftlichen Umbruch hin. Zuvor hatte Karsai Gauck mit dem
Sonnenorden geehrt, der höchsten Auszeichnung des Landes.
Karsai
dankte Deutschland für die jahrelange Unterstützung. Zugleich begrüßte
er das Ende des Nato-Kampfeinsatzes im Jahr 2014. «Der Übergang ist gut.
Der Abzug der Truppen ist gut», sagte er bei der gemeinsamen
Pressekonferenz. Afghanistan könne nicht ewig eine Last für andere
bleiben. Doch er machte auch klar, dass die internationale Gemeinschaft
auch nach 2014 in Afghanistan präsent bleiben werde.
Gauck war am
Morgen zusammen mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt vom deutschen
Hauptquartier in Masar-i-Scharif nach Kabul geflogen und im
Präsidentenpalast mit militärischen Ehren empfangen worden. 2010 und
2011 hatten bereits Gaucks Vorgänger Horst Köhler und Christian Wulff
das Land besucht. Köhler traf damals nicht mit Präsident Karsai
zusammen, Wulff hingegen besuchte während eines Staatsbesuches auch den
Palast.
17 Dezember 2012 - 20:30
News ID: 373469
Bundespräsident Joachim Gauck hat Afghanistan die weitere Unterstützung Deutschlands zugesagt, aber auch Fortschritte in Sachen Demokratie und Menschenrechte angemahnt.
Bundespräsident Joachim Gauck hat
Afghanistan die weitere Unterstützung Deutschlands zugesagt, aber auch
Fortschritte in Sachen Demokratie und Menschenrechte angemahnt.